Sehr geehrte Besucher*innen unserer Homepage,

im Namen aller Kolleg*innen der halleschen Sprechwissenschaft begrüße ich Sie sehr herzlich zu unseren „Kleine Fächer-Wochen Sprechwissenschaft“. Wir sind sehr stolz und dankbar für die ideelle und finanzielle Unterstützung durch die Hochschulrektorenkonferenz und das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Unter dem Motto „miteinander sprechen – verantwortlich, kompetent, reflektiert“ wollen wir Ihnen, unseren Kooperationspartner*innen in Lehre, Forschung, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur zeigen, welches, unter Umständen noch unentdeckte Potenzial die Sprechwissenschaft besitzt.

Ziel ist es, die Stärken und Potenziale der Sprechwissenschaft sichtbar und erfahrbar zu machen, ihre Leistungen für Wissenschaft und Alltag zu verdeutlichen und ihre Zukunftsfähigkeit durch eine stärkere hochschulinterne und -externe Kooperation zu stärken.

Denn die Sprechwissenschaft befasst sich an der Martin-Luther-Universität seit mehr als 100 Jahren sowohl theoretisch als auch praktisch mit allen Aspekten der mündlichen, d.h. der sprechsprachlichen Kommunikation von Menschen. Zu den sprechwissenschaftlichen Teilgebieten zählen Phonetik, Rhetorik, Sprechkunst, Klinische Sprechwissenschaft und Sprechbildung.

Logo: Studio CA.I

Von November 2019 bis Januar 2020 präsentieren sich diese Bereiche im Rahmen von ganz verschiedenen Veranstaltungen, Aktionen und Publikationen. Dazu zählen eine Ringvorlesung, eine Ausstellungseröffnung, eine Tagung, zwei Podiumsdiskussionen, zwei Workshops eine feierliche Eröffnung der Sprechwissenschaftlichen Beratungsstelle, eine studentischen Vorlesekarawane, ein Vortragsabend der Studierenden, eine Videopräsentation unserer Sprechbuehne, eine Führung und ein Kalender zur berühmten Phonetischen Sammlung sowie eine Publikation zur gesamten Veranstaltungsreihe.

Viele der Veranstaltungen sind öffentlich, das heißt für Sie, liebe Besucher*innen der Homepage kostenlos und als Informations- und Kommunikationsangebot gedacht. Dazu zählen beispielsweise die Eröffnung der Ausstellung „Was Sprachtherapie kann“ und die Podiumsdiskussion „Wie wir heute über konflikthafte Themen in Politik und Gesellschaft sprechen“. Bitte beachten Sie die verschiedenen Formate und möglichen Anmeldungsmodalitäten.

Wir hoffen Sie mit dieser Homepage ausreichend über unsere Veranstaltungen zu informieren.

Herzliche Grüße aus der Sprechwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,

Susanne Voigt-Zimmermann
Sprecherin der Abteilung für Sprechwissenschaft und Phonetik


Teilprojekte:

Ausstellung „Was Sprachtherapie kann“

Mit der Fotoausstellung „Was Sprachtherapie kann“ präsentiert sich im Rahmen der „Kleine Fächer-Wochen“ als erstes die Klinische Sprechwissenschaft, die ein Teilgebiet der Sprechwissenschaft darstellt. Die Ausstellung, die vom Deutschen Bundesverband für akademische Sprachtherapie und Logopädie (dbs e.V.) konzipiert wurde, ermöglicht einen Einblick in die vielfältigen Geschichten von Menschen mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen. Auf mehr als 20 ausdrucksstarken und einfühlsamen Portraits erfahren die Besucher*innen, wie sehr Sprachtherapie die Lebensqualität der Betroffenen verbessern kann. Die Exponate verdeutlichen die Leidenschaft und das Engagement der Sprachtherapeut*innen und die Erfolge der Patient*innen im Therapieprozess.

Eröffnung der Sprechwissenschaftlichen Beratungsstelle

Im Rahmen der „Kleine Fächer-Woche“ eröffnen wir am 11.11.2019 die „Sprechwissenschaftliche Beratungsstelle“.  Mit dieser Einrichtung werden in der Einführungsphase die Mitarbeiter*innen der Martin-Luther-Universität darin unterstützt, ihre kommunikativen Fähigkeiten in berufsbezogenen Kontexten zu reflektieren und nachhaltig zu optimieren. Es ist in der Folge geplant dieses Angebot für weitere Interessenten*innen zu öffnen. Die Angebote der Sprechwissenschaftlichen Beratungsstelle werden mit der Lehre und Forschung des Fachbereiches Sprechwissenschaft und Phonetik verbunden. Anlässlich der Eröffnung findet ein Fachtag zum Thema Beratung statt. Hierfür sind Referent*innen aus Wissenschaft und Praxis eingeladen.

Tagung: „Ausspracheideale auf der Bühne in Geschichte und Gegenwart“

Die im Rahmen der „Kleine Fächer-Wochen Sprechwissenschaft“ und des Projekts „Wagner-Lesarten“ (Leitung: Kent Nagano) stattfindende Tagung zeigt die fruchtbare Kooperation zwischen Sprech- und Musikwissenschaft und die enge Verbindung von Wissenschaft und Sprechkunst seit dem 19. Jahrhundert (15./16.11.2019, Steintorcampus).

Podiumsdiskussion und Bürgergespräch „Im Gespräch bleiben – Wie wir heute über konflikthafte Themen in Politik und Gesellschaft sprechen“

Wir alle sprechen miteinander: jeden Tag mit unterschiedlichsten Personen über unterschiedlichste Themen. Miteinandersprechen ist das zentrale Mittel, um sich über grundlegende Fragen des Zusammenlebens in der Gesellschaft zu verständigen – und das durchaus kontrovers. Zu einem Gespräch gehört beides: der Wille aller Beteiligten zum Miteinandersprechen und zum Zuhören. In der gemeinsamen Veranstaltung der Leopoldina und der Sprechwissenschaft geht es darum, über das Sprechen im öffentlich-politischen Raum zu sprechen – vor allem über kontroverse Themen. Ziel ist es, die Bedeutung des Miteinandersprechens für das gesellschaftliche und soziale Miteinander bewusst zu machen. Dabei geht es auch darum, Möglichkeiten der aktiven, partizipativen und gleichberechtigten Ausgestaltung von Gesprächen zu suchen. Darüber wollen wir nach einer Podiumsdiskussion mit Expert*innen mit Bürger*innen ins Gespräch kommen.

Öffentliche Ringvorlesung „Ideale in Musik, Gesang, Medien, Sprache und Sprechen“

Die Sprechwissenschaft gehört an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg seit 2017 zum neu geschaffenen Institut für Musik, Medien- und Sprechwissenschaften (IMMS). Nach den ersten beiden erfolgreichen Ringvorlesungen zu „Bewegung“ und „Improvisation“ sollen im Winter-Semester 2019/20 mit der Ringvorlesung „Ideale in Musik, Gesang, Medien, Sprache und Sprechen“ die theoretischen und methodisch-didaktischen Implikationen thematisiert werden, die Idealbildungen auch für die Forschung mit sich bringen.

Sprechkünstlerischer Workshop „Chorisches Sprechen“ mit Bernd Freytag

Der sprechkünstlerische Workshop „Chorisches Sprechen“ mit Bernd Freytag, einem der renom­mier­testen Sprechchorregisseure im deutschsprachigen Theaterraum und ehemaligem Schüler von Einar Schleef, bietet am Fr., den 29.11.2019, und Sa., den 30.11.2019, Studierenden die Möglichkeit der praktischen Arbeit.

Vorlese-Karawane der Sprechwissenschafts-Studierenden für Kinder und Senioren

Mit der Vorleseaktion für Kindergartenkinder und Senioren, kranke und ältere Menschen am 6. Dezember 2019 (Nikolaus) präsentieren die Studierenden der Sprechwissenschaft durch den im gesellschaftlichen Transfer in den Alltag ihre im Studium erworbenen Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Leselehre, Sprechbildung, sprechkünstlerischen Interpretation und Kommunikation.

Internationaler Doktorandentag

Der regelmäßig stattfindende internationale Doktorandentag gibt Doktorand*innen die Möglichkeit, ihre Promotionsprojekte in den verschiedenen Etappen vor- und zur Diskussion zu stellen und so wertvolle Anregungen für die weiteren Forschungsschritte mitzunehmen. Beteiligt sind aus verschiedenen Ländern stammende Doktorand*innen der halleschen Sprechwissenschaft und von Professorinnen aus Halle, Hamburg und Woronesh betreute russische Nachwuchswissenschaftler*innen des durch den DAAD geförderten Vladimir-Admoni-Programms. Neben fachlichen und forschungsmethodischen Aspekten werden themen- und zielgruppenspezifische Forschungsmöglichkeiten der Sprechwissenschaft gezeigt und das hohe Vernetzungspotential insbesondere auf internationaler Ebene dargestellt.

Führungen durch die „Phonetische Sammlung“

Die Phonetische Sammlung der Sprechwissenschaft und Phonetik stellt nicht nur ein wissen­schaft­liches, sondern auch kulturelles Erbe der Menschheit dar. Die öffentliche Führung unterstützt das historische Gedächtnis an diese einzigartige Sammlung. Es wird zudem einen Kalender mit ausgewählten Objekten der Sammlung geben.

Öffentlicher „Sprechkunstabend“ der Studierenden der Sprechwissenschaft

Die Studierenden des 2. Studienjahres gestalten einen öffentlichen Sprechkunstabend. Sie entführen das Publikum mit Texten aus Lyrik, Prosa, Dramatik und Wissenschaft in einen imaginären Tag. Diese Verabstaltung bildet den 1. Teil des Abschlusses der „Kleine Fächer-Woche Sprechwissenschaft“

Feedbackkultur in der Lehrer*innenbildung – ein praxisorienter Workshoptag

Wie kann das Miteinander-Sprechen im Rahmen einer Feedbackkultur gestaltet werden, in der Scheitern erlaubt ist und ein achtsamer und (ko-)konstruktiver Lernprozess im Gespräch stattfinden kann? Das Ziel dieses praxisorientierten Tags ist es, verschiedene Facetten rund um das Thema Feedbackkultur in der Lehrer*innenbildung zu betrachten und praktisch auszuprobieren.

Öffentliche Podiumsdiskussion „Visionen und Grenzen der neuen digitalen Kommunikationswelt (4.0)“

Digitalisierung und social media durchziehen inzwischen alle gesellschaftlich relevanten Bereiche – von medizinischer Versorgung über den öffentlichen und privatwirtschaftlichen Dienstleistungssektor bis hin zur Schulbildung. Das Miteinandersprechen in öffentlichen Kommunikationskontexten vollzieht sich zunehmend digital. Was noch vor wenigen Jahren science fiction war, ist heute Kommunikations- und Interaktionsrealität.

Internationales Arbeitstreffen „Kinder im Gespräch – Mit Kindern im Gespräch“

Im Rahmen der „Kleine-Fächer-Woche Sprechwissenschaft“ werden am 24. und 25.01.2020 internationale Wissen­schaftler*innen eingeladen, die das Argumentieren in Gesprächen mit Kindern untersuchen.

Video-Premiere „Einar-Schleef-Projekt der Sprechbuehne“ + Gespräch

Die Sprechbuehne der Abteilung Sprechwissenschaft hat dem genialischen, vielseitigen Künstler, Theaterregisseur, Autor und Maler Einar Schleef (1944-2001) anlässlich seines 75. Geburtstages eine szenische Sprechcollage „Ich bin ein anderer in mir, den muss ich fragen. Einar Schleef“ gewidmet. Entwickelt wurde dieses Projekt in Kooperation mit dem Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), das auch den bildkünstlerischen Nachlass des Künstlers verwaltet. Die Inszenierung wurde mehrfach im Museum präsentiert. Im Anschluss an die Video-Premiere findet eine Gesprächsrunde mit dem Direktor des Kunstmuseums Thomas Bauer-Friedrich, der Regisseurin Martina Haase und dem langjährigen Freund und Lektor von Schleef, Hans-Ulrich Müller-Schwefe statt.